Kleist-Förderpreisträger 2019: Peter Thiers wird für sein Stück WARTEN AUF STURM ausgezeichnet.

Presseinformation zur Bekanntgabe am 24.01.2019

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Foto: Nadja Häupl

Die Kleist Forum Frankfurt (Oder) und die Stadt Frankfurt (Oder) haben auf einer Pressekonferenz den Preisträger des „Kleist-Förderpreises für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“ 2019 bekannt gegeben. In diesem Jahr geht die renommierte Auszeichnung an Peter Thiers, Jahrgang 1991, für sein Stück WARTEN AUF STURM. Der Kleist-Förderpreis ist mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotiert und mit einer Uraufführungsgarantie verbunden.

Seit 1996 vergeben die Stadt Frankfurt (Oder), das Kleist Forum und die Dramaturgische Gesellschaft jährlich den „Kleist-Förderpreis für junge Dramatikerinnen und Dramatiker“. Anwärterinnen und Anwärter, die bei Einsendeschluss nicht älter als 35 Jahre alt sind, können sich mit noch nicht uraufgeführten Theatertexten bewerben.

Der mit 7.500 Euro dotierte Preis gilt als Wegbereiter vieler, mittlerweile international renommierter Autorinnen und Autoren. Neben dem Preisgeld erfahren die Preisträgerinnen und Preisträger vor allem durch die Uraufführungsgarantie des ausgezeichneten Stücks eine größtmögliche Förderung.

Die offizielle Preisverleihung mit der Laudatio von Katharina Gericke und die Frankfurter Premiere der Uraufführungsinszenierung, produziert vom Staatstheater Cottbus in Koproduktion mit dem Kleist Forum Frankfurt (Oder), finden zur Eröffnung der diesjährigen Kleist-Festtage am 17. Oktober 2019 statt. WARTEN AUF STURM wird am 28. September 2019 am Staatstheater Cottbus uraufgeführt.
Erstmals szenisch gelesen wird das Stück auf der Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft am 2. Februar 2019 in Jena mit dem Ensemble des Theaterhauses Jena.

Zur Bekanntgabe des diesjährigen Gewinners dieses wichtigsten Nachwuchspreises für deutschsprachige Bühnenautorinnen und -autoren sprachen neben Florian Vogel (Künstlerischer Leiter am Kleist Forum und Vorsitzender der Jury des Kleist-Förderpreises) Milena Manns (Dezernentin für Kultur, Bildung, Sport, Bürgerbeteiligung und Europa der Stadt Frankfurt (Oder)) und Lukas Pohlmann (1. Schauspieldramaturg am Staatstheater Cottbus).

Die Jury setzte sich folgendermaßen zusammen:
• Florian Vogel, Vorsitzender der Jury und Künstlerischer Leiter des Kleist Forums
• Katharina Gericke, Autorin und Laudatorin
• Milena Manns, Dezernentin für Kultur, Bildung, Sport, Bürgerbeteiligung und Europa der Stadt Frankfurt (Oder)
• Petra Thöring, Freie Dramaturgin aus Berlin
• Kerstin Grübmeyer, Vorstandsmitglied der Dramaturgischen Gesellschaft und Chefdramaturgin am Nationaltheater Mannheim
• Kathrin Bieligk, Vorstandsmitglied der Dramaturgischen Gesellschaft und freie Dramaturgin aus Wien
• Anette Handke, Kleist-Museum Frankfurt (Oder)
• Lukas Pohlmann, Dramaturg und Mitglied der künstlerischen Leitung am Schauspiel Staatstheater Cottbus
• Jack Kurfess, ehemaliger Geschäftsführer Elbphilharmonie und Consultant

In der Jury-Begründung heißt es:„Alles kommt vom Bergwerk her“ lässt Peter Thiers seinen „Chor der Cleaner“ immer wieder sagen. Also: Alles kommt aus dem Schmutz, der Dunkelheit, der harten, Kräfte verschleißenden Arbeit. Wie namenlose Sisyphose placken sie sich ab, um denen über Tage zu Wohlstand zu verhelfen. Die meisten von denen da oben jedoch leben in „Warten auf Sturm“ auch längst nicht mehr in gleißendem Reichtum. Vielmehr erzeugt das Stück mit seinen konsequent klar gezeichneten Figuren und präzisen Dialogen eine düstere Atmosphäre. Der Autor benennt Zeit und Ort als weder vergangen noch zukünftig. Sie seien Ausdruck einer „dystopischen Gegenwart, die sein könnte oder bereits ist“.
Peter Thiers verweist auf das unermessliche Potential des Theaters, eben nicht nur wirklichkeitsabbildend, sondern auch seismographisch und utopisch zu sein. Der Autor verfügt dabei selbst über ein schier unermessliches Arsenal an phantastischen Einfällen und schafft es, die unbändige Energie seiner Figuren und Situationen kraftvoll zu zeichnen. Dieses monumentale Debüt ist eine überzeugende Parabel des modernen Arbeitslebens und geht weit über die bloße Beschreibung einer Klassengesellschaft hinaus.

Vita Preisträger: Peter Thiers, 1991 in Gera geboren, studierte Dramaturgie an der HMT Leipzig sowie der HfMT Hamburg. 2011 veröffentlichte er den mehrfach ausgezeichneten Poetry Film Schlaf.Störung, bis 2014 war er Mitglied der Leipziger Lesebühne Stubenreim. Sein Poetry Film Echo wurde im Wettbewerbsprogramm des DOK Leipzig 2014 gezeigt. Er war Teilnehmer mehrerer Campusprogramme, u.a. des Fast Forward Braunschweig sowie der Ruhrtriennale. Im Herbst 2016 lud das Generalkonsulat Danzig seine Regiearbeit Tod eines Jägers zur Deutschen Woche nach Polen ein, 2017 war er Stipendiat des Literaturhaus Rostock. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist er fester Regieassistent am Thalia Theater Hamburg.

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